Berufsorientierung einzigartig anders

MINDA engagiert sich für Gewinnung zukünftiger Azubis.

Mit der Mindener Lernfabrik geht die Stadt Minden einen neuen, innovativen Weg zur Fachkräftegewinnung. Gemeinsam mit den Mindener Unternehmen ABB Automation Products und der MINDA Industrieanlagen sowie der Talentfabrik entstand ein neuartiges Berufsorientierungsprojekt – MILEFA. Die Lernfabrik bildet die betrieblichen Abläufe eines Unternehmens von der Entwicklung eines Produktes bis zu deren Vermarktung nach. Federführend dabei ist die Talentfabrik gGmbH, die basierend auf dem Veranstaltungskonzept Lernbetriebe die Projektwoche durchführte.
Schülerinnen und Schüler von fünf Mindener Schulen ab der 8. Klasse entwickelten, produzierten und vermarkteten ein von ABB und MINDA bereitgestelltes Produkt.

 

In der Alten Grundschule Meißen in Minden erlebten insgesamt 430 Schüler und Schülerinnen an diesem außerschulischen Lernort die Arbeitsweisen und Abläufe eines Unternehmens. Mittels eines Informationsbogens wurden im Vorfeld die Interessen und Neigungen – ob handwerklich-technisch, kaufmännisch oder gestalterisch- abgefragt. Kurzbewerbungen auf die einzelnen Stellen wertete die Personalabteilung aus und ordnete die geeigneten Bewerber den zu besetzenden Stellen zu. Realitätsnah ging es dann in den Arbeitsalltag. Ausgerüstet mit Arbeitsmaterialien und unterstützt durch jeweils sechs Auszubildende aus den beiden Unternehmen nahmen die Abteilungen ihre Arbeit auf und erfüllten diese mit Leben.
Beispielsweise mussten die Schüler in der Produktion sich auch um fehlende Teile selbst kümmern, um ihre Produkte herstellen zu können. Sie telefonierten mit anderen Abteilungen und erhielten Unterstützung, um ihr Ziel zu erreichen. So erlebten sie hautnah, dass jeder ein kleines Rädchen im Getriebe ist und ein produzierender Betrieb nur durch Teamarbeit funktionieren kann.
Positive Resonanz kam von vielen Jugendlichen am Ende des Tages, als sie ihre erarbeiteten Ergebnisse den Mitschülern voller Stolz präsentieren konnten. Sie hatten verstanden, welche Werte und Regeln im Umgang miteinander tatsächlich wichtig sind. Eine Schülerin der Käthe-Kollwitz Realschule fasste ihren Tag so zusammen: „Ich wusste nicht, dass ein Abteilungsleiter so viel Verantwortung trägt. Es hat mir sehr gefallen, für mein Team zu sorgen und den anderen zu helfen.“ Ein Schüler des Ratsgymnasiums bemerkte: „Es ist cool zu wissen, dass ich später einen Beruf erlernen kann, der mir Spaß macht und bei dem ich mein Talent zeigen kann.“
Der Betriebsleiter der Talentfabrik, Michael Engelhardt, resümierte, dass das Projekt ein voller Erfolg war, sowohl für die Jugendlichen als auch für die Unternehmen. Lehrerinnen und Lehrer der teilnehmenden Schulen waren begeistert, ihre Schützlinge so motiviert und engagiert zu erleben.
Bürgermeister Michael Jäcke ließ es sich auch nicht nehmen und informierte sich an einem Tag persönlich, wie die Lernfabrik funktioniert und was die Jugendlichen lernen. Gemeinsam mit Regina-Dolores Stieler-Hinz, Beigeordnete für Bildung, Kultur, Sport und Freizeit sowie Sigrun Lohmeier und Jasper Wellbrock, beide bei der Stadt Minden für Wirtschaftsförderung zuständig, schauten sie den Jugendlichen der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule über die Schultern. Der Bürgermeister war sich sicher, dass die Jugendlichen vieles aus der Lernfabrik mitnehmen können und bedankte sich bei den Lehrerinnen und Lehrern, dass sie sich auf das innovative Pilotprojekt eingelassen haben. Außerdem machte er deutlich, dass hier vielleicht die neuen Azubis Mindener Unternehmen sitzen und werkeln, denn die Mindener Wirtschaft braucht junge und motivierte Menschen, die sich für eine Ausbildung vor Ort entscheiden.

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