Integration - Praktikum für jungen Syrer bei MINDA

MINDA Industrieanlagen in Tangermünde bot einem jungen Syrer ein Praktikum an. Eine Woche lang lernte er den Betrieb kennen und konnte seine erworbenen Deutsch- Kenntnisse in der Praxis anwenden.

„Hallo Noureeddin, schön dich zu sehen. Du siehst sehr entspannt und zufrieden aus“, sagt Christel Stoldt und reicht dem jungen Mann, der auf sie zukommt, die Hand. Die 66-Jährige empfängt den jungen Syrer mit einem strahlenden Lächeln. Auch er freut sich, seine Praktikumsbetreuerin zu sehen. Stoldt kennt den jungen Mann seit etlichen Monaten. Er und seine Frau besuchen in Stendal den Jugendintegrationskurs der Inlingua-Sprachschule. Zu diesem Kurs gehört auch ein Betriebspraktikum.

Da der junge Mann seit Mai 2016 in Tangermünde lebt, bot es sich für ihn an, auch in dieser Stadt ein Praktikum zu absolvieren. „Es ist der erste Flüchtling überhaupt, der bei uns mitarbeitet“, erzählt MINDA-Geschäftsführer August Wilhelm Henke. Damit ist das mittelständische Unternehmen eines von insgesamt 14 im Landkreis, die sich dazu bereit erklärt haben, Migranten einen beruflichen Einblick zu ermöglichen.

Noureeddin Fattouh ist seit Anfang 2016 in Deutschland. Mit seiner Frau besuchte er in den vergangenen Monaten die Stendaler Schule. Gemeinsam erlernte das Paar die deutsche Sprache und hat bereits erste Zertifikate in der Tasche.

Holger Fricke, Mitarbeiter bei MINDA und Praktikumsbetreuer für Noureeddin Fattouh, berichtet: „Die ersten Tage haben wir gedacht, er versteht uns gar nicht. Doch er versteht uns sehr gut. Außerdem hat er sehr schnell verstanden, was zu tun ist“, lobt er den Eifer des jungen Syrers.

Eine Woche lange ging es für Noureeddin Fattouh jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Arbeit. 6:30 Uhr war er wie alle anderen da, hat in der Logistik das Hochregallager im Handumdrehen verstanden, sowohl elektrische als auch mechanische Bauteile je nach Auftrag zusammengestellt. Die Bedienung des automatisierten Arbeitsplatzes ist für ihn kein Problem. „Ein Praktikant erfordert immer mehr Zeit. Doch er kam im rechten Moment. Wir brauchten hier Hilfe, weil es viel zu tun gibt“, erklärt Holger Fricke und ist zufrieden mit dem, was der junge Mann erlernt und geleistet hat.

Neben dem Einblick in den deutschen Arbeitsalltag bekam der Syrer wie jeder andere Teilnehmer eines solchen Praktikums im Jugendintegrationskurs die Gelegenheit, Deutsch in der Praxis anzuwenden. Nicht nur während der Arbeitszeit, auch in den Pausen sprachen die MINDA-Mitarbeiter mit ihm. „Wir wissen zum Beispiel, dass er kein Schweinfleisch isst und zum Frühstück Weißbrot mit Nutella mag“, erzählt Holger Fricke. Und Noureeddin Fattouh nickt zustimmend.

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